„Ceci n’est pas une pipe“

Zehn Jahre Magritte Museum Brüssel
René Magritte, Forbidden literature, 1936, Royal Museums of Fine Arts of Belgium, © RMFAB, Brussels © 2019, Succession Magritte c/o SABAM | photo: J. Geleyns - Art Photography

„Ceci n’est pas une pipe“ (Dies ist keine Pfeife). Wer kennt ihn nicht, den provokanten Spruch des Künstlers René Magritte (* 21. November 1898 in Lessines (Wallonien); † 15. August 1967 in Brüssel)? Vielfach kopiert - so dekoriert sein leicht abgewandeltes „Ceci n´est pas un chateaux" (Dies ist kein Schloss) die Hauswand des Potsdamer Landtags -, beschreibt der Spruch eines der berühmtesten Bilder des großen belgischen Surrealisten.

Magritte zu Ehren, der viele Jahre in der belgischen Hauptstadt lebte und auch dort verstorben ist, wurde das einstige Hôtel Altenloh an exponierter Stelle in Brüssel, der Place Royale, saniert und zum Museum umfunktioniert. Die Initiative geht auf Michel Draguet, Magritte-Experte und Generaldirektor der Königlichen Museen der Schönen Künste in Brüssel, zurück. Angelehnt an die Künstlermuseen für Vincent van Gogh in Amsterdam und Paul Klee in Bern, entstand ein Museum, das nach zehnjähriger Planung schließlich am 20. Mai 2009 erföffnet werden konnte.

Das Museum, das in einem klassizistischen Palais aus dem 18. Jahrhundert beheimatet ist, beherbergt die mit 230 Werken weltweit größte Sammlung des berühmten Künstlers. Auf drei von sechs Etagen insgesamt öffnet sich der Blick auf Magrittes surreale Welten. Gezeigt werden nicht nur Gemälde, Gouachen, Zeichnungen und Werbeplakate dieses „Meisters der verrätselten Bilder“, sondern auch Skulpturen, Musikpartituren sowie eine Vielzahl an persönlichen Dokumenten (Fotos, Filme, Briefe). Dabei wird die Auswahl der Werke ständig durch eine große Zahl an Leihgaben von belgischen und ausländischen Museen sowie privaten Sammlern erweitert. Geographisch und organisatorisch eingebettet in die Königlichen Museen der Schönen Künste Belgiens (RMFAB) funktioniert die Einrichtung auf Basis einer privat-öffentliche Partnerschaft (private public partnership) und kann auf finanzielle Mittel der beiden Stiftungen Magritte- und ENGIE- zurückgreifen.

Zehn Jahre nach seiner Eröffnung ist das Magritte Museum, nach eigenen Angaben ein „zweifellos kultureller, sozialer und wirtschaftlicher Erfolg“. Mehr als drei Millionen Besucher wurden hier inzwischen begrüßt.

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums veranstaltet die RMFAB am Sonntag, dem 24. November 2019, eine Reihe von Aufführungen, Workshops, literarischen Spielen und der Aktivitäten mehr für alle Altersgruppen. Adresse: Place Royale / Koningsplein 1, 1000 Brüssel. Internet: www.musee-magritte-museum.be/en

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