Viel Trubel bei der Art Week in Rotterdam

Kunstmesse feierte 20-jähriges Bestehen
ART ROTTERDAM-Impressionen, Fotos: Sara Schurmann

Veröffentlicht: NRZ , 11. Februar 2019 

Rotterdam. Früher produzierte die Van Nelle-Fabrik Tee, Kaffee und Tabak, heute gehört das UNESCO-Weltkulturerbe längst zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten von Rotterdam. Zu den üblichen Besuchern gesellten sich zusätzlich noch zahlreiche Kunstliebhaber, als am vergangenen Wochenende in den alten Hallen bereits zum sechsten Mal die Art Rotterdam stattfand. Rund 26.000 Besucher stürzen sich jährlich in das Getümmel der Kunstmesse, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feierte. Ballons und Konfetti flogen zwar nicht durch die Luft, dafür jedoch standen die Förderung von jungen Talenten durch die Mondrian Stiftung sowie ein Zusammenschluss verschiedener Galerien durch die Now/Forever-Präsentation der AkzoNobel Art Foundation im Vordergrund. Und die rund 90 Galerien versprachen nicht weniger Vielfalt. Elf verschiedene Nationalitäten seien vertreten, so Direktor Fons Hof. Während die einen verträumt vor den farbenfrohen Wolkenbildern von Michael Wolf stehenblieben, staunten die anderen über einen mit unzähligen Zungen bedeckten Boden. Letzterer ist Teil einer Installation von Catherine Biocca, die humorvoll Gesellschaftskritik übt. Dafür müssen eben auch mal Zungen dran glauben. Wer inmitten des Gewusels irgendwann den Überblick verlor und trotzdem noch nicht genug von Kunst hatte, konnte im Rahmen der Art Rotterdam Week auch die Haute Photographie besuchen. Denn im Gegensatz zu den üblichen Kunstmessen setzt Gründer Roy Kahmann auf ein anderes Konzept: „Ich wähle erst die Künstler und danach die Galerien aus.“ So präsentierte sich die Fotomesse bereits zum vierten Mal im strukturierten Museumsstil, bot gleichzeitig aber Arbeiten von bereits bekannten Künstlern oder auch jungen Talenten zum Verkauf an. Auf die Frage, wie Kahmann die jeweiligen Künstler denn aussuche, lächelte er. „Mit dem Herzen.“