Und … action! Kunsthalle Rotterdam präsentiert hundert Jahre Kinetische Kunst

Günther Uecker, Kosmische Vision, 1961-1981, Privatsammlung Düsseldorf, Foto: Cornelia Ganitta

„Hundert Jahre Kinetische Kunst", eine Schau über die Aktion und Reaktion in der Kinetischen Kunst ist noch bis zum 20. Januar in der Rotterdamer Kunsthalle zu erleben. Die Palette reicht von den Pionieren Marcel Duchamp, Alexander Calder und Victor Vasarely bis hin zu den später etablierten Namen wie Julio Le Parc, Christian Megert, Bridget Riley oder Jan van Munster. Auch junge Vertreter vom Schlag eines Jeppe Hein sowie die deutschen Künstler Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker von der Gruppe Zero tragen mit insgesamt 100 Werken dazu bei, ein umfassendes Bild Kinetischer Kunst zu liefern. Die Ausstellung ist in zwölf Kapitel gegliedert, die die unterschiedlichsten Sinne bespielen.

Zu den Highlights zählt zweifellos das „Mechanische Ballett“ von Heinz Mack aus dem Jahr 1963, das bis dato nur als Modell existierte, in der Kunsthallen-Schau aber Premiere feiert als fertig konstruierte Kunstinstallation. Ein Teil dieser Arbeit, die Referenzen an Fernand Léger und Oskar Schlemmer aufweist, ist eine Licht-Show, die von der Musik des Komponisten György Ligeti begleitet wird. Auch das 1964/65 entworfene „Blaue Segel“ von Hans Haacke, bestehend aus einem blauen Stück Stoff, das angetrieben durch einen Ventilator eine permanente Bewegung erzeugt, ist einer der skulpturalen Höhepunkte der Schau.

Experimente mit Raum, Bewegung, Licht und Klang, Vibration und Rotation durchlaufen die abstrakte Kunst des 20. Jahrhunderts als Antwort auf die Weiterentwicklung von Wissenschaft und Technik. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielt die Kinetik eine wichtige Rolle bei der De-Materialisierung von Kunst. Kunst wird erst zur Kunst, wenn der Betrachter sie erfahrbar wahrnimmt. Die Rotorreliefs von Marcel Duchamp, die Mobiles von Alexander Calder und das Werk von Jean Tinguely markieren den Beginn der Bewegungskunst. Neben ihnen sind auch die Vorläufer der Bewegung in der Rotterdamer Schau zu sehen, darunter Giacomo Balla, Hans Richter und László Moholy-Nagy, die als Erste versuchten, ein abstraktes und dynamisches Verständnis der Realität mittels der Malerei, Skulptur und dem Film zum Ausdruck zu bringen.

„Action <-> Reaction. 100 Jahre Kinetische Kunst“, bis zum 20.01.19, Kunsthalle Rotterdam

Internet: www.kunsthal.nl

Foto: Cornelia Ganitta
Foto: Rob Chevallier
Foto: Cornelia Ganitta
Heinz Mack, Mechanisches Ballett, 1966-2015, Foto: Cornelia Ganitta