Eine neue Kunsthalle für Brügge

Umgestaltung der historischen Mitte folgt einem Masterplan
Entwurf von Robbrecht en Daem Architekten & Olivier Salens Architekten, Fotos: MakeMe (Kristien Daem)

Flanderns Städte-Perle Brügge erhält eine neue Kunsthalle. Eine unabhängige Jury wählte den Entwurf von Robbrecht & Daem und Salens Architecten in Zusammenarbeit mit dem Entwickler und Auftragnehmer CIT Blaton. Nachdem der Auftrag erteilt wurde, wird derzeit an der Beantragung einer Umweltgenehmigung gearbeitet. Im Lauf des Jahres 2022 sollen dann schrittweise die Baumaßnahmen beginnen. 

Auch ein Name ist schon gefunden: "BRUSK". Mit diesem Namen will sich die städtische Museumsvereinigung (Musea Brugge) im Einklang mit der zeitgenössischen Kulturpolitik modern und selbstbewusst auf der kulturellen Landkarte platzieren. BRUSK ist ein Akronym, das viele Assoziationen zulässt. So könnte es beispielsweise für Brugge + Stimulans + Kunst, Schöne Künste, oder Städtisches Kunstzentrum stehen. Inhaltlich wird sich das Brusk mit mindestens fünf Ausstellungen pro Jahr befassen, die ein Spektrum von der Antike bis zu zeitgenössischer Kunst und Kultur aus allen Teilen der Welt bieten und innovativ präsentiert werden sollen. 
 

Blick vom Eeckhoutpoort
Blick von der Terrasse

Der Entwurf

BRUSK wird auf dem Garenmarkt gebaut, direkt neben dem Groeningemuseum. Insgesamt handelt es sich um ein 20.000 m² großes Grundstück, das, attraktiv gestaltet, künftig zugänglich gemacht werden soll. Die Kunsthalle ist mittels dreier Zugänge begehbar. Die zwei Ausstellungsräume sind eine Ebene höher gelegen und durch einen öffentlichen Durchgang voneinander getrennt, so dass eine offene, transparente und frei zugängliche ebenerdige Struktur entsteht. Sie unterscheiden sich innerhalb der Brügger Museumslandschaft stark durch ihr natürliches Licht und ihre einzigartige Höhe, die das Ausstellen großräumiger Kunstwerke ermöglichen soll. Aus Rücksicht vor den Nachbargebäuden wird der Flachbau die vorhandenen Sichtachsen vollständig schützen. Die historische Skyline bleibt somit unverändert.

Das Design

Das Design berücksichtigt zeitgemäße Nachhaltigkeitsstandards. BRUSK ist vollständig mit dunkelgrünen, elektrisch erzeugenden Glasschiefern verkleidet, die das Gebäude mit nachhaltiger Energie versorgen. Auf diese Weise wird das Gebäude mehr als doppelt so energieeffizient als der derzeitige BEN-Standard. Die grüne Farbe der Glasplatten verstärkt das umgebende Grün des neuen, angrenzenden Parks.

Blick in die künftige Ausstellungshalle

Masterplan

Brügge wird in den kommenden Jahren in einen beeindruckenden Masterplan für die Innenstadt investieren. Neben dem Bau von BRUSK wird auch das Herz der historischen Mitte in Angriff genommen und das gesamte Gelände neu gestaltet. Auch das benachbarte Groeninge Museum wird grundlegend renoviert. Auch ein neues Foschungszentrum ("Musea Brugge Center for Collection Research") in die Planung aufgenommen. Ergänzt wird das Ganze durch entsprechende Werkräume für Konservierung und Restaurierung sowie Depoträume für die umfangreiche Gemälde-Sammlung, nebst Drucken und Zeichnungen, die Musea Brugge verwaltet. 

 

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