Kunst an der Küste

Ab Mai zeigen gleich zwei Kunstfestivals in Flandern Skulpturen aus aller Welt
Die Skulptur "Auf der Suche nach Utopia" von Jan Fabre. Nieuwpoort, Belgien, Foto: Cornelia Ganitta

Die belgische Küste wird erneut zum Freiluft-Museum: Die siebte Ausgabe der Kunsttriennale Beaufort lockt vom 27. Mai bis 7. November mit spannenden Kunstobjekten. Alle zehn Küstengemeinden der nur 65 Kilometer langen belgischen Nordsee-Küste nehmen teil. Einundzwanzig Künstler/-innen aus dem In- und Ausland sind eingeladen, Kunstwerke zum Thema "Mensch und Natur" zu gestalten. Acht der Objekte gehen nach Ablauf der Triennale im Herbst dauerhaft in den Beaufort Skulpturenpark über: Der Park bildet eine einzigartige Freiluftausstellung mit inzwischen 30 Kunstwerken im öffentlichen Raum, die im Anschluss an die vergangenen Ausgaben der Triennale von einzelnen Küstengemeinden erworben wurden. Sie blieben am ursprünglichen Standort stehen oder erhielten einen neuen Platz. So entstand sukzessive ein permanenter Parcours, der nicht nur die Flamen, sondern auch Nordsee-Touristen erfreut.

Anfang Februar teilten die Organisatoren (Provinz Westflandern im Verbund mit Westtoer) rund um Kuratorin Heidi Ballet die Namen der teilnehmenden Künstler/-innen mit. Bei deren Präsentation sagte Ballet, die das Spektakel bereits zum zweiten Mal kuratiert: "Früher stellten wir die Frage: `Wie hat der Mensch die Küste verändert´. Mit der diesjährigen Beaufort-Edition drehen wir den Spieß um und fragen nach dem `Wie die Küste den Menschen verändert hat´". Angesichts einer nun schon ein Jahr anhaltenden Pandemie läge in dieser Fragestellung der besondere Reiz. 

Teilnehmende Künsterler/-innen, deren Werke dauerhaft verbleiben: Laure Prouvost (FR) – De Panne, Els Dietvorst (BE) – Koksijde-Oostduinkerke, Goshka Macuga (PL) – Nieuwpoort, Oliver Laric (AT) – Middelkerke-Westende, Rosa Barba (IT) – Oostende, Maen Florin (BE) – De Haan-Wenduine, Marguerite Humeau (FR) – Blankenberge, Jeremy Deller (UK) – Knokke-Heist.

Für die Dauer der Triennale kreierte Kunstwerke von: Adrián Villar Rojas (AR) – Zeebrugge (in Zusammenarbeit mit der Triënnale Brugge), Nicolás Lamas (PE) – Bredene, Michael Rakowitz (US), Heidi Voet (BE), Timur Si-Qin (DE), Maarten Vanden Eynde (BE), Monokino (BE), Rossella Biscotti (IT), Jimmie Durham (US), Raphaela Vogel (DE), Sammy Baloji (DRC) en Nel Aerts (BE).

7. Kunsttriennale Beaufort, vom 27.5. bis 7.11.2021, zentraler Ort: Oostende

Impressionen von der Beaufort 2006, Fotos: Cornelia Ganitta

Etwa zeitgleich mit der Beaufort findet die Brügger Triennale statt. "TraumA" lautet der vielversprechende Titel der dritten Ausgabe des Kunstevents, an dem zwölf internationale Künstler/-innen und Architekten/-innen den öffentlichen und privaten Raum Brügges mit Kunst bespielen. Durch Zwischenräume, Innenhöfe und Baustellen verläuft dabei der Kunstparcours durch die Kanal-Stadt und gibt so den Blick hinter ansonsten undurchdringliche Mauern frei. Der Parcours baut auf den beiden Vorläufer-Ausgaben auf und führt den Besucher gleichzeitig in eine ganz neue Richtung. 2015 behandelte die Triennale die hypothetische Umwandlung der Stadt in eine Großstadt. Dazu ging man von der Horror-Vorstellung aus, dass Millionen Touristen, die die Stadt jedes Jahr besuchen, plötzlich beschließen würden, sich dort dauerhaft niederzulassen. Eine Annahme nicht von ungefähr: Bei der letzten Triennale 2018 besuchten - auf das Jahr verteilt - 8,3 Millionen Menschen Brügge, nach jüngsten Prognosen sollen es bis 2030 rund elf Millionen werden - pro Jahr! Eine Kunsttriennale soll die Besucherströme lenken helfen - weg vom Massentourismus, hin zu zielgerichteten Übernachtungsgästen.

3. Triennale Brügge, im Zentrum der küstennahen Stadt, vom 8.5. bis 26.9.21

Blick vom Belfried auf das mittelalterliche Brügge, Foto: Musea Brugge

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