Neues Fotomuseum Maastricht ...

zeigt Close-up-Fotografie von Martin Schoeller. Seine Motive sind Überlebende des Holocaust
Ausstellungsansicht, Foto: Museum am Vrijthof, Maastricht

Das noch junge Maastrichter Fotomuseum (seit 2019 firmiert das alte Museum am Vrijthof als Ausstellungshaus für Fotografie) zeigt noch bis zum 31. Januar 2022 eine Schau des deutschen Porträtfotografen Martin Schoeller. In "Survivors: Faces of Life after the Holocaust“ sind 75 Porträts jüdischer Frauen und Männer zu sehen. Die eindringlichen großformatigen Fotos geben Überlebenden des Holocaust ein Gesicht. 2020 wurden die Bilder des deutschen Fotografen, der selbst mit einer Jüdin verheiratet ist, bereits in der gleichnamigen Ausstellung in der Essener Zeche Zollverein präsentiert. Alle Fotos entstanden in der jüdischen Gedenkstätte Yad Vashem (Jerusalem).

Mit seinen seriellen Close-ups (Nahaufnahmen, bei der die Person oder das Objekt das komplette Bild einnimmt), wurde Martin Schoeller, der in Frankfurt aufgewachsen ist, am Lette-Verein Berlin studiert hat und in New York lebt, berühmt. Egal ob Drag Queens, Obdachlose, Hollywoodstars wie Denzel Washington oder Meryl Streep oder prominente Politiker/-innen wie Barack Obama oder Angela Merkel: um Vergleiche zu ermöglichen portraitiert Schoeller alle Personen mit dem gleichen Licht, dem gleichen Objektiv und der Kamera auf Augenhöhe. „Ich habe damit vor ungefähr 25 Jahren angefangen – mit der Idee, alle Menschen gleich zu fotografieren, egal woher sie kommen", kommentiert Martin Schoeller seine von den Serienspezialisten August Sander sowie Hilla und Bernd Becher beeinflusste Arbeit. 

Das Limburgische Fotomuseum ist eine von weiteren geplanten Ausstellungsstationen. Das Museum befindet sich in einem Kapitelhaus aus dem 16. Jahrhundert, in dem Kaiser Karl V. während seiner Besuche in Maastricht zwischen 1519 und 1550 wohnte.

"Survivors: Faces of Life after the Holocaust", bis 31.1.22, Museum am Vrijthof Maastricht, Internet: https://fotomuseumaanhetvrijthof.nl/

Esther Meron aus der Serie "Survivors: Faces of Life after the Holocaust“, Foto: Martin Schoeller