Brassaï

Matisse with his Model, 1939, © Estate Brassai Succession Paris

Das Amsterdamer Fotomuseum (FOAM) präsentiert - neben einigen anderen Schauen - aktuell das Werk von Brassaï, *9.9.1899 in Kronstadt/Brassó (damals Österreich-Ungarn, heute Rumänien), † 7.7.1984 in Nizza. Aus seinem Geburtsnamen Gyula Halász wurde in späteren Jahren das Pseudonym Brassaï („der aus dem Brassó Stammende“), mit dem er als Fotograf berühmt werden sollte. Nach seinem Studium in Ungarn und Deutschland kam Brassaï 1924 nach Paris. Dort schuf er in den 1930er Jahren unzählige ikonische Bilder vom Leben in seiner Wahlheimat. Er dokumentierte Straßenszenen ebenso wie die High Society, einschließlich des Balletts, der Oper und der Intellektuellen - darunter seine Freunde und Zeitgenossen Pablo Picasso, Salvador DalíHenri Matisse und andere.

Couple d´Amoureux dans un Petit Café Quartier Italie, 1932, © Estate Brassai Succession Paris
On the Boulevard Saint Jacques, 1939/32, © Estate Brassaï Succession, Paris
Fat Claude and her Girlfriend at Le Monocle, 1932 © Estate Brassaï Succession, Paris

Weniger bekannt ist, dass Brassaï – neben Man Ray - auch der Fotograf der Surrealisten war. Außerdem reussierte er als einer der Ersten im Genre der Graffity-Fotografie. Ähnlich wie seine fotografischen Zeitgenossen Robert Capa und Henri Cartier-Bresson bereiste er – für Harper's Bazaar - die halbe Welt und wurde, wie eben jene beiden Kollegen und viele andere, von Edward Steichen für dessen Super-Schau „Family of Man“ ausgewählt.

Die Amsterdamer Ausstellung ist die erste Retrospektive des Fotografen in den Niederlanden. In zwölf Kapiteln zeichnen mehr als 170 Vintage-Drucke sowie eine Auswahl an Zeichnungen, Skupturen und Schriftdokumenten die Karriere des Künstlers nach, der als einer der Schlüsselfotografen des 20. Jahrhunderts gilt. Und dies nicht nur, weil er als einer der wenigen die damals schwierige Technik der Fotografie bei Nacht beherrschte.

"Brassaï" wurde organisiert von der Fundación MAPFRE in Zusammenarbeit mit dem FOAM und ist noch bis zum 4. Dezember zu sehen. Adresse: FOAM, Keizergracht 609, Amsterdam, Internet: https://www.foam.org/

 

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