150 JAHRE PIET MONDRIAN

Seine Geburtsstadt Amersfort würdigt ihn mit einem großen Spektakel - aber nicht nur die!
Das Markenzeichen des Künstlers: abstrakte Kompositionen

In diesem Jahr ist es 150 Jahre her, dass Piet Mondrian in Amersfort geboren wurde. Nicht viele Künstler haben sich so oft neu erfunden wie Mondrian. Um den Pionier der abstrakten Kunst zu ehren, bietet (nicht nur) Amersfort das ganze Jahr über zahlreiche kulturelle Aktivitäten wie Konzerte, Theater, Workshops, Outdoor-Aktivitäten und Ausstellungen, bei denen Fantasie und Innovation im Mittelpunkt stehen.

So zeigt die Kunsthal KAdE mit „Schurend Paradijs“ eine Ausstellung, die sich auf das von Mondrian angestrebte irdische Paradies bezieht. Die Kunsthalle versammelt Arbeiten von 24 Künstlern, die über das utopische Ideal einer vermeintlich machbaren Welt reflektieren. 

Im Mondriaanhuis, dem Geburtshaus des Künstlers, wird im Rahmen von "Mondriaan 150" noch bis 19. Juni die Ausstellung "Lef!" gezeigt. Eine Ausstellung, in der die Arbeiten junger, aufstrebender Talente zu sehen ist.

Zehn weitere Ausstellungen widmen sich dem Ausnahmekünstler. Dazu gibt es diverse Konzerte, Lesungen und andere Aktivitäten. Alle Informationen rund rum das Jubiläumsjahr sind zu finden unter: www.mondriaan150.nl. Wer will, kann sich auch anhand einer eigens entwickelten Route auf die Spuren des Künstlers begeben: https://www.mondrianroute.com

Nicht nur Amersfort widmet dem Wegbereiter der Klassischen Moderne in den Niederlanden große Aufmerksamkeit. Auch Den Haag zieht mit. Informationen hierzu erfolgen gesondert! Bis dahin kann man sich in der ARTE-Dokumentation "Piet Mondrian: Abstraktes Holland" einen Eindruck von diesem bis heute populären Künstler machen: https://bit.ly/3uzksgJ

Piet Mondrian, Passiebloem, 1908-1909
Piet Mondrian, Amaryllis, 1910

Piet Mondrian (eigentlich Pieter Cornelis Mondriaan; geb. 7.3.1872 in Amersfort, gest. 1.2.1944 in New York), gilt als wichtigster Vertreter des niederländischen Konstruktivismus sowie der von Theo van Doesburg so bezeichneten Konkreten Kunst. Er gehörte mit seinem späteren Werk zu den Begründern der abstrakten Malerei.

Mondrian begann um 1900 im impressionistischen Stil der Haager Schule zu malen. Ab etwa 1908 arbeitete er unter dem Einfluss von Vincent van Gogh und des Fauvismus. Nach seiner Übersiedlung 1911 nach Paris wandte er sich unter dem Einfluss von Georges Braque und Pablo Picasso dem Kubismus zu. Ab den 1920er Jahren schuf Mondrian die bekannten streng geometrischen Gemälde, die dem Neoplastizismus zugerechnet werden. Ihre charakteristische Struktur aus einem schwarzen Raster, verbunden mit rechteckigen Flächen in den Grundfarben, führt bis in die Gegenwart zur Aufnahme in Kunst, Architektur, Mode, Werbung und Populärkultur. Als Kunsttheoretiker und Mitbegründer der Künstlervereinigung De Stijl schrieb Mondrian unter anderem die Schrift Le Néo-Plasticisme, die 1925 in deutscher Übersetzung als Bauhausbuch Nr. 5 unter dem Titel Neue Gestaltung. Neo-Plastizismus, Nieuwe Beelding veröffentlicht wurde. Die im Exil in New York ab 1940 neu entstandenen Werke lockerte er mosaikartig in die Primärfarben auf und überwand auf diese Weise die früheren strengen Kompositionen zugunsten einer neuen musikalischen Rhythmisierung des Motivs.

Piet Mondrian, Blühender Apfelbaum, 1912

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